50km Transylvania100 – Rumänien – Der Ritt mit Dracula

Dieses Jahr sollte es nach der Harzquerung Ende April zum Transylvania100 gehen.
Da wollte ich die 50km Strecke mit 3250Hmtr laufen.
Start und Ziel war die traumhafte Kulisse unterhalb vom mittelalterlichen Schloss Bran.
Alle Bilder aus Transsilvanien hier: http://parsley.zenfolio.com/p337977556

Der ganze Lauf topografisch aus der Vogelperspektive als Film:
https://www.relive.cc/view/g20829675344

Den Mythen nach das Schloss von Graf Vlad Tepes,
hollywoodtechnisch ausgedrückt „Graf Dracula“.
Harzquerung und Transsylvanien sollten beide Vorbereitung
für den 100km Zugspitz Ultratrail werden.
Bei dem wollte ich ja im Juni an den Start gehen,
da Dennis es sich endlich überlegt hatte, da auch mal an den Start zu gehen 😉
Nachdem ich da nun 3x den 63er gelaufen bin…

Höhenprofil des Transylvania 50k Ultra

Der Plan war dass ich am Donnerstag von Dortmund nach Bukarest fliege
und von da dann irgenwie mit dem Taxi, Bus oder Zug nach Bran, wo der Start war.
Da ich wusste das 2 meiner Laufbekannten (Lana und Peter) auch am Start waren
aber bestimmt wieder sehr spät planen,
schrieb ich sie eine Woche vorher an ob sie nun Flüge hätten.
Zufällig hatten sie welche und dann auch noch in der Maschine die ich auch nahm.
Auf die Frage wie sie vorhaben nach Bran zu kommen,
schrieben sie dass sie mit 7 Leuten 2 Mitwagen hätten.
Da konnte ich mich einklinken und so war der Hinweg geklärt.
Für die Beiden sollte ich deren Laufstöcke in meinen Koffer packen,
das sie nur mit Handgepäck reisten und da dürfen die nicht rein.
Peter und Lana blieben bis Montag und ich nur bis Sonntag,
da hätte es ein Problem geben können, mit dem Rücktransport der Stöcke.
Zur Stressreduktion meinerseits die Rückreise zu planen
(ich hätte frühmorgens nach dem Lauf nach Bukarest zurück gemusst),
buchte ich meinen Flug auch auf Montag um,
sodass wir Montag zusam

Die Chaosgang auf dem Weg zu Graf Dracula

men nach Bukarest fahren konnten!

…mit ner pinken Maschine

 

 

 

 

 

 

Den Hinweg fuhr ich dann mit Robert, Nikolas und Gregor,
die ich vor dem Flug erst kennen lernte.
Nette Kombo war das, hat mich gefreut sie kennen zu lernen.
Im anderen Auto dann Katja, Herti, Peter und Lana.

Am Freitag machten wir dann mal einen auf Touri und besuchten den Touristen Basar von Bran, unterhalb vom Schloss…

Da gab es nette Spzialitäten zum essen…

Ein Gesichtsdouble war auch da 😉

Am späten Nachmittag ging es dann zur Startnummernausgabe
in die Sporthalle unterhalb vom Schloss auf der Rückseite..

 

 

 

 

 

Die Startnummer gab es zügig, da noch nicht viel los war

Im Startbeutel  befand sich dann auch die legendäre Bärenpfeiffe 😉
Eine Trillerpfeiffe mit der man den Schwarzbären vertreiben sollte,
So denn man einen trifft!
Die Pflichtausrüstung wurde Stichprobenartig kontrolliert.
Hier aber nur bei der Startnummernausgabe, nicht bei betreten des Startbereiches
und auch nicht auf der Strecke, da hätte ich es mit gewünscht.
Im Vorfeld gab es einige Mails mit der Bitte, die Liste der Pflichtausrüstung
als minimal Anweisung zu sehen 😉 Man sollte lieber etwas mehr einpacken.
Diejenigen die es gemacht hatten, wussten später warum und freuten sich…

Eine kleine Marathon Messe gab es auch, zum Glück.

Da ich zu Hause keinen komplette Dose Iso Pulver mehr hatte
und im Flieger keine kleinen Tütchen mit weißem Pulver transportieren wollte,
konnte ich hier noch für Nachschub sorgen 😉
Man traf einige Bekannte und einen Kanadier der in Leipzig lebt
und Neuro-Wissenschaftler ist.
Amadeus Kanaan
Der fragte mich ob ich ihm ein Interview geben könne,
über meine Beweggründe hier, bzw. überhaupt zu laufen
(Mountain- Trail Running).
Ich nannte ihm zB die Freiheit, die Ruhe, das „lösgelöst“ sein vom Altag.
Dass man laufen immer könne, egal wo und wann.
Man braucht nur Schuhe, je nach dem, und los geht es.

Hier mal das Video zum Interview: https://youtu.be/iH0jq0sk-Is?t=194

Gerade im Ultra Bereich die vielen Bekannten die man immer und überall trifft.
Die Wenigsten gucken auf die Uhr und nach der Zielzeit,
man hilft sich gegenseitig und hat Zeit zum reden, so dass die Luft da ist 😉
Man trifft Menschen aus allen Ländern und unterhält sich.
Das ist bei einem Stadtmarathon nur bedingt möglich.
Ich sprach hier mit einem Israeli, einer US Amerikanerin die jetzt in Dubrovnik unterrichtetn einem Kanadier der jetzt in Leipzig Neurowissenschaften studiert, einigen Iren und Briten, einem Belgier, einem Franzosen und einer Rumänin, die jetzt in Düsseldorf lebt und mit ihrem Freund aus D-Dorf da war. Gemischtes Grüppchen bei den Ultras.
Ich wurde auch von Einigen gefragt was ich zeittechnisch vor hätte.
Keine Ahnung, musste ich gestehen.
Einen so kurzen Lauf mit so viel Höhenmetern hatte ich auch noch nicht gemacht.
Einige Wochen vorher, 2 oder 3, bin ich die Harzquerung als Training gelaufen.
53km mit ca. 1800hmtr in 6Std.
Also dachte ich, rechne mal 2Std für die mehr Höhenmeter drauf, sollte passen.
Also ca. 8-8:30Std vielleicht.

Gut versorgt..

Alle mit ihren Teilnehmershirts, nur Lana macht einen auf Vampir 😉 und Peter ist verrückt.
Herti hat Geschenke für Graf Vlad Tepes am Rucksack!

Schon mal den Start/Zielbogen „fühlen“
Schreiben

Blick vom Schloss runter auf den Start/Ziel Bereich im Schlossgarten….

..und die Rampe hoch/runter zum Schloss als Bergwertung..

Am Samstag waren dann Alle startklar..und ein letztes Foto mit Graf Vlad gab es auch..

Nach einer kurzen Einlaufstrecke
wurde man über einen „Wanderweg“ den Berg hochgetrieben.
In Westeuropa schlängeln sich Wanderweg serpentinenartig den Berg hoch,
in Rumänien:„Du willst den Berg hoch, dann geh direkt hoch!“ 😉
Dementsprechend steil waren die Wege.
Es ging erst bei relativ warmen Temperaturen los aber das Wetter änderte sich.

Auf den ersten 10km von Start hoch zum „Saua Tiganesti“ auf 2150mtr,
macht man ca.1400Hmtr.


Uphill Strecken planen können die Rumänen 😉
Immer höher geht es…

Da seheh ich auch endlich Robert und Gregor wieder..

Hier am Kontroll- und Verpflegungspunkt wurden die Startnummern aller Läufer elektronisch gespeichert und es gab Trinken und Essen.
Bis hierhin hatten wir schon einigen Nebel hinter uns gelassen und Nieselregen.
Der VP lag bei KM12 und ich hatte über 2 Std auf der Uhr.
Das sollte also doch ein langer Tag werden und keine 8-8:30 Std 😉

Die Aussicht war schon herrlich!

Vom CP und VP ging es schöne Single Trails am Berg lang
und technisch anspuchsvolle donwhills.
Durch die Feuchtigkeit war es bergab extrem rutschig

Dann kamen wir endlich an die legendäre Schneescharte/Spalte die wir hoch mussten



Oben heile anzukommen war schon ein Highlight,
Einige sind runtergerutscht und mussten einen Teil noch mal hoch..
Hier war dann der höchste Punkt mit 2500mtr erreicht und man war bei KM16,5

Hier ein Videoausschnitt aus dem Interview wo ich gerade die Schneespalte hochackere:
https://youtu.be/iH0jq0sk-Is?t=312
Danke Amadeus K.

Über schönen down und uphills geht es dann weiter..

Es müssen noch einige Schneefelder durchlaufen werde, mehr ode weniger leicht 😉

Irgendwie schafft man as aber immer 😉

Angekommen am letzten VP bei KM35 bei Gutanu…


…ging es dann frsich gestärkt auf die letzten 15km Richtung Ziel.

Gleich mal wieder schön hoch…

Von hier bis zum Ziel kamen noch 4 kleinere Hügel, die aber auch reichten 😉
Der Herr hier im Bild läuft mit einem Rucksack Trolly.
Ein Koffertrolly, der auch als Rucksack getragen werden kann
aber bestimmt nicht dem Gewicht eines Laufrucksackes entspricht.
Er lief einen Tag später Marathon in Brasnov, 25km von Bran entfernt.
Er ist rumänischer Bergführer, soweit ich das verstanden habe.
Die komplette Strecke hörte man ihn immer lauthals,
irgenwelche rumänischen Anfeuerungsgeräusche ausrufen!!

Hier überhole ich im downhill auf einmal Herti, der schon beim Start weit hinter mir war.
Hmmm…wie geht das…ganz einfach, er und Lana hatten oben am Mount Omu, dem höchsten Punkt, entschieden auf 30km down zu graden…
Das ist top von der Orga, denn Einige sind oben teilweise so kaputt,
dass 50km definitinv zu viel sind und so kommen die noch in die 30er Wertung


Die bergab Wege sind hier einfach nur noch fleißendes Gewässer
und sau rutscchig durch den Matsch.
Ich laufe nur noch Falllinie durch die Büsche und Bäume an der Seite
und hangele mich von Ast zu Ast, um nicht auf dem Hosenboden zu landen.
Bei einigen Stellen kann ich nur noch kreuz und quer über den Weg,
um frontal in die Bäume zu laufen, die den Weg säumten.
Mit den Füßen bremsen ist ein no go!
An einigen Stellen kommen die Läufer vor mir nur noch in Entenmarsch bergab vorran,
teilweise rückwärts.
Da kommt mir mein Cross- und Hindernislauf Erfahrung zu gute.
Ich nehme nicht den direkten Weg sondern, renne 2-3mtr daneben
mitten durch den Wald über den Laubboden.
Es geht noch einige schöne Wiesenwege Richtung Ziel, bevor man noch einen echt fiesen downhill eingeschenkt bekommt.
2 vor mir rutschen nur noch auf dem Hosenboden die echt steile Serpentine runter,
ich wieder geradeaus durch den Wald. Safety first!!
Lana erwische ich auf der Straße Richtung Zieleinlauf, ca. 700mtr davor.
Sie musste an den Treppen etwas langsamer machen und kommt knapp hinter mir rein.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen,
die Strecke ist so schwer und anspruchsvoll,
dass sie für die 30km knapp 11Std benötigt!
RESPEKT!

So erreiche ich nach 10:55Std endlich das Ziel
Die aktuelle Ergebnisliste sagt später:
Finisher Gesamt: 121. von 278
Veteran >40years : 34. von 97

12:55 ist die aktuelle Zeit der 100km Läufer

Teilnahmeurkunde/Bescheinigung und die Holzmedaille der Finisher
Am nächsten morgen gab es in der Trattoria ein nettes Buffet.
Ich frühstückte so gegen 9 Uhr mit 2 100km Läufer,
die vor 2 bzw. 3 Stunden ins Ziel kamen und sich jetzt erstmal stärken mussten.
Vor der Siegerehrung wollten sie dann noch nen Mütze voll Schlaf nehmen.


Bei bestem Wetter nach den Frühstück noch ein paar Bilder vom/im Start/Ziel Bereich
Die Uhr steht auf 28:46Std, die aktuelle Laufzeit
der immer noch laufenden 100km Teilnehmer 😉
Schön wenn man nach einem guten Frühstück noch ein paar Finisher anfeuern kann.


Wir fuhren dann Mittags mit dem Shuttle Bus von Bran nach Brasnov.
Eine Busfahrt von ca. 25km  für 1,20€
In Brasnov gab es ein wenig Sightseeing und des öfteren Essen und Trinken 😉


Wir trafen auch den schreienden rumänischen Bergführer wieder,
der ja gestern erst die 50km gefinshed hat und heute den Brasnov Marathon.
Heute aber ohne Koffertrolly 😉


Noch ein letztes auffüllen der Ernergie- und Feuchtigkeitspeicher…..
…dann ging es am Montag auch schon wieder gen HeimatLa revedere la Transilvania

…….to be continued 😉

Nach dem Lauf fiel die Entscheidung, die 100km an der Zugspitze nicht zu laufen.
A) Wäre mein erstes DNF in greifbare Nähe gerückt
B) Bei der Zielzeit hier, wäre ich beim ZUT locker an die 20Std gelaufen.
Was beim ZUT bedeutet,
dass man den letzten harten downhill in Dunkelheit mit Kopflampe macht.
Wenn dann noch shit Wetter ist, ist das nicht mehr lustig
und da ich dann bestimmt nicht mehr konzentriert bin,
steigt das Risiko einer Verletzung.

Alle Bilder hier: http://parsley.zenfolio.com/p337977556
Der Lauf aus der Vogelperspektive: https://www.relive.cc/view/g20829675344

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